Lawinenabgang Mauthner Polinik

 
Sonntag, den 28. Februar 2010 um 13:11 Uhr

Lawinenabgang auf dem Mauthner Polinik Nach unserer Skitour im Keller unterhielten wir uns noch beim Budile, dass in unserer Region schon lange nichts mehr Ernsthaftes bzgl. einem Lawinenabgang passiert sei. Im 16 Uhr war es dann soweit. Per SMS erhielt ich den Einsatzbefehl der Bergrettung – Lawinenabgang Polinik – Treffpunkt Rathaus. Der ÖAMTC Hubschrauber war schon vor Ort und versorgte den Verunfallten. Charly und ich wurden dann zur Unterstützung vom Hubschrauber auf die Lawine gebracht. Der Verunfallte wurde vom Team des ÖAMTC und von uns in den Hubschrauber gebracht und abtransportiert.  Nach dem Abtransport machten wir uns ein Bild der Lage. Zwei von vier Italiener führen in die Gipfelflanke des Poliniks ein und lösten eine Lawine aus. Beide würden verschüttet, wobei einer ca. 1-1,5 Meter Verschüttungstiefe aufwies und der andere Gott sei Dank nur bis zum Brustkorb verschüttet war und der Kopf heraus schaute. Die anderen zwei Italiener befreiten ihre Kollegen aus den Schneemassen. Die Lawine war wirklich ein riesengrosses Teil, der ganze Südhang mit ca. 200-250 Meter breite und ca. 200 Meter Höhe und einem Anriss von 10-75cm war abgegangen. Im Auslauf der Lawine lagen unvorstellbare Schneemassen. Am gestriegen Tag also Samstag sind sicherlich ca.15 Personen auf den Polinik aufgestiegen und 15 sind in diesen Hang , der eine Steilheit von ca. 40 Grad aufweist, eingefahren. Die Aufstiegsspur wurde links des Hanges im flacheren Bereich angelegt. Die Abfahrtspuren führten alle in den steileren Hang. Wahrscheinlich durch die Tageszeitliche Erwärmung bzw. Strahlung auf den Hang veränderte sich der Schneedecke soweit das um ca. gegen 14 Uhr 30 – 15 Uhr der Italienische Skitourengeher den Hang auslöste. Resümee:

  • Die Skitour begann erst um 10 Uhr 30 – also viel zu Spät, zurfolge war auch die Abfahrt wegen der tageszeitlichen Erwärmung zu spät.
  • Einen Hang mit 40 Grad Steilheit ist viel zu steil um diesen bei Lawinenwarnstufe 3 zu befahren.
  • Es wurde keine Einzelbefahrung des Hanges vorgenommen.
  • Mehrer Spuren sind kein Zeichen von Sicherheit.
  • Es hätte noch viel mehr Verschüttete geben können, wenn eine größere Gruppe zuvor diesen Hang ausgelöst hätte.

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